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Grundlagen des Webdesigns

Was ist gutes Webdesign? 10 Merkmale erfolgreicher Websites

10 Min. Lesezeit
Responsive Website auf Desktop, Tablet und Smartphone als Beispiel für gutes Webdesign

Eine gute Website sieht professionell aus – aber gutes Webdesign geht deutlich weiter. Es sorgt dafür, dass Besucher innerhalb weniger Sekunden verstehen, worum es geht, sich sicher orientieren können und ohne Umwege zur gewünschten Handlung gelangen. Gleichzeitig muss die Website auf verschiedenen Geräten funktionieren, schnell laden und die Persönlichkeit des Unternehmens glaubwürdig vermitteln.

Gutes Webdesign verbindet deshalb Gestaltung, Nutzerfreundlichkeit, Inhalte und Technik zu einem stimmigen Gesamterlebnis. Erst wenn diese Bereiche zusammenarbeiten, wird aus einer hübschen Internetseite ein wirksames Instrument für Sichtbarkeit, Vertrauen und Kundengewinnung.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Merkmale eine gute Website auszeichnen, welche Fehler häufig gemacht werden und worauf Sie bei einem neuen Webauftritt achten sollten.

Was versteht man unter gutem Webdesign?

Webdesign umfasst die visuelle Gestaltung und die funktionale Struktur einer Website. Dazu gehören unter anderem Farben, Schriften, Bilder, Abstände, Navigation, Seitenaufbau und interaktive Elemente. Auch die Darstellung auf Smartphones und Tablets spielt eine wichtige Rolle.

Ob das Webdesign gut ist, lässt sich jedoch nicht allein am Aussehen beurteilen. Entscheidend ist, ob die Website ihre Aufgabe erfüllt. Eine Unternehmenswebsite kann beispielsweise informieren, Vertrauen schaffen, Beratungsanfragen gewinnen, Termine vermitteln oder Produkte verkaufen.

Eine gute Gestaltung unterstützt dieses Ziel. Sie hilft Besuchern, relevante Informationen schnell zu erfassen und den nächsten Schritt zu gehen. Design ist dabei kein Selbstzweck, sondern macht Inhalte verständlich und führt Nutzer durch die Website.

Kurz gesagt: Gutes Webdesign bringt die Bedürfnisse der Besucher, die Ziele des Unternehmens und die technischen Möglichkeiten in Einklang.

Zusammenspiel von Gestaltung, Navigation, Barrierefreiheit, Geschwindigkeit und Ergebnissen im Webdesign

Die 10 wichtigsten Merkmale einer guten Website

1. Die Website verfolgt ein klares Ziel

Bevor Farben ausgewählt oder erste Entwürfe erstellt werden, muss feststehen, was die Website erreichen soll. Ein Dienstleistungsunternehmen benötigt beispielsweise eine andere Nutzerführung als ein Onlineshop oder ein Informationsportal.

Mögliche Ziele sind:

  • qualifizierte Kontaktanfragen erhalten,
  • Beratungstermine vereinbaren,
  • Produkte oder Leistungen verkaufen,
  • die Bekanntheit des Unternehmens steigern,
  • Bewerber gewinnen oder
  • häufige Kundenfragen beantworten.

Eine Website kann mehrere Aufgaben erfüllen. Trotzdem sollte jede einzelne Seite ein eindeutiges Hauptziel besitzen. Dieses Ziel bestimmt, welche Inhalte benötigt werden und welche Handlung dem Besucher angeboten wird.

2. Besucher verstehen das Angebot sofort

Menschen investieren selten viel Zeit, um eine unklare Website zu entschlüsseln. Bereits im oberen Bereich der Startseite sollten drei Fragen beantwortet werden:

  1. Was bietet das Unternehmen an?
  2. Für wen ist das Angebot gedacht?
  3. Welchen Vorteil erhält der Kunde?

Allgemeine Aussagen wie „Willkommen auf unserer Website“ helfen dabei kaum. Wesentlich stärker ist eine konkrete Botschaft, die Angebot und Nutzen verbindet. Eine ergänzende Unterzeile kann erklären, wie das Ergebnis erreicht wird oder in welcher Region das Unternehmen tätig ist.

Eine gut sichtbare Handlungsaufforderung zeigt anschließend, wie es weitergeht – zum Beispiel mit „Projekt besprechen“, „Angebot anfragen“ oder „Beratungstermin vereinbaren“.

3. Die Navigation ist einfach und verständlich

Eine gute Navigation orientiert sich an den Fragen der Besucher und nicht an internen Unternehmensstrukturen. Menüpunkte sollten deshalb eindeutig bezeichnet sein. Begriffe wie „Leistungen“, „Referenzen“ oder „Kontakt“ sind meist hilfreicher als kreative Bezeichnungen, deren Bedeutung erst erraten werden muss.

Besonders wichtige Inhalte sollten mit wenigen Klicks erreichbar sein. Bei umfangreicheren Websites können Untermenüs, Themenübersichten oder eine Suchfunktion die Orientierung erleichtern. Auf Smartphones muss die Navigation ebenso übersichtlich und gut bedienbar bleiben.

Eine klare Seitenstruktur hilft außerdem Suchmaschinen, die Zusammenhänge zwischen den Inhalten zu verstehen.

4. Das Design passt zur Marke und zur Zielgruppe

Gutes Webdesign orientiert sich nicht daran, was dem Designer persönlich gefällt. Farben, Schriften, Bildsprache und Gestaltungsstil müssen zum Unternehmen und zu den Erwartungen der Zielgruppe passen.

Eine Anwaltskanzlei benötigt in der Regel eine andere visuelle Wirkung als ein Kinderladen oder ein Technologieunternehmen. Während in einem Bereich Seriosität und Ruhe wichtig sind, können in einem anderen Lebendigkeit, Nähe oder Innovation im Vordergrund stehen.

Ein konsistentes Erscheinungsbild schafft Wiedererkennung. Dazu sollten Farben, Schriftgrößen, Buttons, Bilder und Abstände nach einem einheitlichen System eingesetzt werden. So wirkt die Website professionell und Besucher müssen nicht auf jeder Unterseite neu lernen, wie sie funktioniert.

5. Die Website funktioniert auf jedem Gerät

Eine Website wird nicht nur am Schreibtisch besucht. Interessenten informieren sich unterwegs, vergleichen Angebote auf dem Smartphone oder füllen ein Formular auf einem Tablet aus. Deshalb muss sich das Layout flexibel an unterschiedliche Bildschirmgrößen anpassen.

Bei einem responsiven Webdesign werden Inhalte nicht lediglich verkleinert. Elemente werden neu angeordnet, Schriftgrößen angepasst und Bedienelemente so gestaltet, dass sie auch mit dem Finger zuverlässig funktionieren.

Wichtige Fragen für die mobile Prüfung sind:

  • Ist der Text ohne Zoomen lesbar?
  • Lassen sich Buttons sicher antippen?
  • Ist das Menü verständlich?
  • Bleiben Formulare einfach ausfüllbar?
  • Werden die wichtigsten Inhalte zuerst angezeigt?

Einheitliches Nutzererlebnis einer Website auf Desktop, Tablet und Smartphone

6. Seiten laden schnell und stabil

Lange Wartezeiten stören den ersten Eindruck und können dazu führen, dass Besucher die Website verlassen. Häufige Ursachen sind zu große Bilder, unnötige Skripte, zahlreiche Erweiterungen oder ein ungeeignetes Hosting.

Eine gute Website verwendet optimierte Bildformate, lädt nur tatsächlich benötigte Funktionen und wird technisch sauber umgesetzt. Dabei geht es nicht darum, jedes gestalterische Element zu entfernen. Vielmehr sollten Design und Technik so geplant werden, dass die Website attraktiv bleibt, ohne unnötig schwer zu werden.

Auch visuelle Stabilität gehört dazu: Inhalte sollten beim Laden nicht plötzlich ihre Position verändern. Wer gerade einen Button anklicken möchte, darf nicht durch nachträglich geladene Elemente auf eine andere Stelle gelenkt werden.

7. Inhalte sind gut lesbar und verständlich

Besucher lesen Websites häufig nicht Zeile für Zeile. Sie überfliegen Überschriften, Absätze und hervorgehobene Informationen. Eine klare Gliederung erleichtert es, relevante Inhalte schnell zu finden.

Gute Website-Texte verwenden:

  • aussagekräftige Zwischenüberschriften,
  • kurze und verständliche Absätze,
  • Listen für zusammengehörige Informationen,
  • konkrete Beispiele,
  • eine Sprache, die zur Zielgruppe passt, und
  • ausreichend Abstand zwischen den Elementen.

Auch die Typografie beeinflusst die Lesbarkeit. Zu kleine Schrift, lange Textzeilen oder schwache Kontraste erschweren die Nutzung. Weißraum ist deshalb kein verschwendeter Platz. Er trennt Inhalte, schafft Ruhe und lenkt den Blick.

8. Die Website ist möglichst barrierearm

Menschen nutzen Websites auf unterschiedliche Weise. Einige vergrößern Texte, verwenden eine Tastatur statt einer Maus oder lassen sich Inhalte von Hilfssoftware vorlesen. Eine zugängliche Gestaltung verbessert deshalb die Nutzung für viele Besucher.

Wichtige Grundlagen sind ausreichende Farbkontraste, nachvollziehbare Überschriften, aussagekräftige Alternativtexte für Bilder und verständliche Formularfelder. Interaktive Elemente sollten auch ohne Maus erreichbar sein. Informationen dürfen zudem nicht ausschließlich über Farben vermittelt werden.

Barrierefreiheit sollte nicht erst nach Fertigstellung geprüft werden. Wenn sie bereits bei Struktur, Gestaltung und Entwicklung berücksichtigt wird, lässt sie sich deutlich konsequenter umsetzen.

9. Vertrauen wird sichtbar aufgebaut

Bevor jemand eine Anfrage sendet oder einen Auftrag erteilt, möchte er wissen, mit wem er es zu tun hat. Eine professionelle Gestaltung bildet die Grundlage, reicht allein aber nicht aus.

Vertrauen entsteht unter anderem durch:

  • echte Ansprechpartner und authentische Fotos,
  • nachvollziehbare Leistungen und Abläufe,
  • Referenzen oder Fallstudien,
  • überprüfbare Kundenbewertungen,
  • transparente Kontaktmöglichkeiten,
  • Qualifikationen, Zertifikate oder Mitgliedschaften sowie
  • vollständige rechtliche Informationen.

Welche Vertrauenselemente besonders wichtig sind, hängt vom Angebot ab. Bei erklärungsbedürftigen Dienstleistungen können Fallstudien und persönliche Ansprechpartner wichtiger sein als eine große Anzahl kurzer Bewertungen.

10. Die Website führt zu einer klaren Handlung

Eine gute Website überlässt den nächsten Schritt nicht dem Zufall. Sie bietet Besuchern an passenden Stellen eine konkrete Handlung an. Das kann eine Kontaktaufnahme, eine Terminbuchung, ein Download oder der Wechsel zu einer Leistungsseite sein.

Handlungsaufforderungen sollten sichtbar, verständlich und auf das Informationsbedürfnis des Besuchers abgestimmt sein. Wer sich gerade erstmals über ein Thema informiert, ist möglicherweise noch nicht bereit für ein Verkaufsgespräch. Ein hilfreicher Ratgeber, eine Checkliste oder ein unverbindlicher Website-Check kann in dieser Phase die passendere Einladung sein.

Kontaktformulare sollten nur die Informationen abfragen, die für den nächsten Schritt wirklich benötigt werden. Eine kurze Erklärung zum weiteren Ablauf senkt zusätzliche Unsicherheit.

Gutes Webdesign beginnt vor dem eigentlichen Design

Viele Probleme entstehen, wenn ein Website-Projekt direkt mit Farben und Layouts startet. Eine tragfähige Website benötigt zunächst ein inhaltliches und strategisches Fundament.

Ein professioneller Prozess umfasst typischerweise folgende Schritte:

Ziele und Zielgruppen klären

Zu Beginn wird festgelegt, welche Ergebnisse die Website unterstützen soll und welche Menschen erreicht werden müssen. Dazu gehören ihre Fragen, Erwartungen und möglichen Einwände.

Inhalte und Seitenstruktur planen

Anschließend wird entschieden, welche Seiten benötigt werden und wie sie miteinander verbunden sind. Eine Sitemap macht die Struktur sichtbar. Erste Seitenskizzen zeigen, welche Inhalte auf den einzelnen Seiten in welcher Reihenfolge erscheinen.

Gestaltungssystem entwickeln

Farben, Schriften, Buttons, Abstände und wiederkehrende Seitenelemente werden als zusammenhängendes System gestaltet. Dadurch bleibt die Website konsistent und lässt sich später leichter erweitern.

Inhalte erstellen

Texte und Bilder sollten nicht nur Platzhalter im Design sein. Sie vermitteln den tatsächlichen Nutzen des Angebots und sind ein wesentlicher Bestandteil der Nutzerführung. Gestaltung und Inhalte sollten deshalb gemeinsam entwickelt werden.

Technisch umsetzen und testen

Nach der Umsetzung wird die Website auf unterschiedlichen Geräten und in verschiedenen Browsern geprüft. Dazu gehören Navigation, Formulare, Links, Ladezeiten, Darstellungsfehler und grundlegende Zugänglichkeit.

Ergebnisse auswerten und verbessern

Mit der Veröffentlichung ist die Arbeit nicht vollständig abgeschlossen. Anhand von Rückmeldungen, Suchanfragen und anonymisierten Nutzungsdaten lässt sich erkennen, welche Inhalte funktionieren und wo Verbesserungen sinnvoll sind.

Woran erkennt man schlechtes Webdesign?

Schlechtes Webdesign fällt nicht immer durch ein veraltetes Aussehen auf. Auch eine moderne Website kann ihr Ziel verfehlen. Warnzeichen sind beispielsweise:

  • Besucher verstehen das Angebot nicht sofort.
  • Die Navigation verwendet unklare Begriffe.
  • Auf dem Smartphone sind Inhalte schwer bedienbar.
  • Texte sind klein oder kontrastarm.
  • Bilder und Animationen verlangsamen die Seite deutlich.
  • Jede Unterseite sieht anders aus.
  • Wichtige Informationen sind versteckt.
  • Kontaktmöglichkeiten fehlen oder funktionieren nicht.
  • Die Seite bietet keinen erkennbaren nächsten Schritt.

Treffen mehrere dieser Punkte zu, muss nicht zwangsläufig die gesamte Website ersetzt werden. Eine Analyse zeigt, ob gezielte Optimierungen ausreichen oder ein Relaunch wirtschaftlich sinnvoller ist.

Checkliste: Ist Ihre Website gut gestaltet?

Prüfen Sie Ihre Website anhand dieser zehn Fragen:

  1. Wird innerhalb weniger Sekunden deutlich, was Sie anbieten?
  2. Spricht die Website eine klar definierte Zielgruppe an?
  3. Sind wichtige Inhalte schnell erreichbar?
  4. Ist die Gestaltung einheitlich und passend zu Ihrer Marke?
  5. Funktioniert die Website auf Smartphone und Tablet?
  6. Laden die Seiten schnell und ohne störende Verschiebungen?
  7. Sind Texte übersichtlich, verständlich und gut lesbar?
  8. Lassen sich wichtige Inhalte möglichst barrierearm nutzen?
  9. Sind Referenzen, Ansprechpartner und Kontaktinformationen sichtbar?
  10. Gibt es auf jeder wichtigen Seite einen klaren nächsten Schritt?

Wenn Sie mehrere Fragen nicht eindeutig mit „Ja“ beantworten können, besteht wahrscheinlich konkretes Optimierungspotenzial.

Häufige Fragen zu gutem Webdesign

Muss eine gute Website besonders modern aussehen?

Eine gute Website sollte zeitgemäß wirken, muss aber nicht jedem kurzfristigen Designtrend folgen. Wichtiger sind eine klare Struktur, passende Gestaltung und zuverlässige Bedienbarkeit. Ein zurückhaltendes Design kann deutlich erfolgreicher sein als eine spektakuläre Website, auf der Besucher ihr Ziel nicht finden.

Wie viele Farben sollte eine Website verwenden?

Statt möglichst vieler Farben ist ein konsistentes Farbsystem sinnvoll. Meist reichen eine Hauptfarbe, ergänzende neutrale Farben und eine Akzentfarbe für wichtige Handlungen. Entscheidend sind Markenwirkung, Wiedererkennbarkeit und ausreichende Kontraste.

Wie oft sollte ein Webdesign erneuert werden?

Es gibt keinen festen Zeitraum. Ein Relaunch wird sinnvoll, wenn die Website technisch veraltet ist, nicht mehr zur Positionierung passt, auf mobilen Geräten schlecht funktioniert oder ihre geschäftlichen Ziele nicht mehr unterstützt. Kleinere gestalterische und inhaltliche Verbesserungen sollten dagegen regelmäßig erfolgen.

Kann gutes Webdesign die Zahl der Anfragen erhöhen?

Gutes Webdesign kann wichtige Voraussetzungen dafür schaffen: Es macht das Angebot verständlich, baut Vertrauen auf und vereinfacht die Kontaktaufnahme. Wie viele Anfragen tatsächlich entstehen, hängt zusätzlich von Reichweite, Zielgruppe, Angebot, Wettbewerb und Qualität der Inhalte ab.

Was kostet gutes Webdesign?

Die Kosten hängen vom Umfang, der gewünschten Individualität, den Funktionen und den benötigten Inhalten ab. Eine einfache Unternehmenswebsite hat einen anderen Aufwand als ein umfangreicher Webauftritt mit individuellen Funktionen, mehreren Zielgruppen und zahlreichen Leistungsseiten. Eine seriöse Einschätzung setzt deshalb ein kurzes Gespräch über Ziele und Anforderungen voraus.

Fazit: Eine gute Website verbindet Gestaltung und Wirkung

Gutes Webdesign ist mehr als eine ansprechende Oberfläche. Es übersetzt die Ziele eines Unternehmens in eine verständliche, vertrauenswürdige und einfach bedienbare Website. Gestaltung, Inhalte, Nutzerführung und Technik müssen dafür als Einheit geplant werden.

Die beste Website ist deshalb nicht automatisch die auffälligste. Sie ist diejenige, auf der die richtigen Besucher schnell verstehen, warum das Angebot relevant ist und wie sie den nächsten Schritt gehen können.

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