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Grundlagen des Webdesigns

Die häufigsten Webdesign-Fehler – und wie Sie sie vermeiden

6 Min. Lesezeit
Fehlerhafte Website-Elemente neben einer klar optimierten Weboberfläche

Viele Websites verlieren potenzielle Kunden nicht wegen eines einzelnen großen Problems. Häufig ist es die Summe kleiner Hürden: eine unklare Überschrift, eine überladene Navigation, schlecht lesbare Texte oder ein Kontaktformular, das auf dem Smartphone kaum bedienbar ist.

Solche Webdesign-Fehler beeinträchtigen nicht nur die optische Wirkung. Sie erschweren die Orientierung, schwächen das Vertrauen und verhindern Anfragen. Das Gute daran: Viele Probleme lassen sich erkennen und gezielt beheben.

Die folgende Übersicht zeigt 15 häufige Fehler und erklärt, wie Sie Ihre Website verständlicher und wirksamer gestalten.

1. Das Angebot bleibt unklar

Besucher sollten im oberen Bereich der Startseite erkennen, was Sie anbieten, für wen das Angebot gedacht ist und welchen Nutzen es bietet. Allgemeine Aussagen wie „Qualität aus Leidenschaft“ klingen positiv, erklären aber nicht, was das Unternehmen konkret leistet.

Besser: Formulieren Sie eine eindeutige Hauptüberschrift und ergänzen Sie sie durch einen konkreten Nutzen oder eine Zielgruppe.

2. Die Website spricht nur über das Unternehmen

Unternehmensgeschichte, Erfahrung und Arbeitsweise sind wichtig. Neue Besucher fragen jedoch zuerst: „Kann dieses Angebot mein Problem lösen?“ Wenn jede Überschrift mit „Wir“ beginnt, bleibt der Kundennutzen oft im Hintergrund.

Besser: Beginnen Sie mit der Situation des Kunden. Zeigen Sie anschließend, wie Ihre Leistung zu einem gewünschten Ergebnis führt.

3. Zu viele Elemente konkurrieren um Aufmerksamkeit

Animationen, Bilder, Buttons, Farben und Hinweise können einzeln sinnvoll sein. Werden sie gleichzeitig hervorgehoben, entsteht visuelle Unruhe. Besucher wissen nicht, wo sie zuerst hinschauen sollen.

Besser: Definieren Sie pro Abschnitt eine Hauptbotschaft und eine wichtigste Handlung. Nutzen Sie Größen, Kontraste und Weißraum für eine klare Hierarchie.

Vergleich zwischen einer überladenen und einer klar strukturierten Website

4. Die Navigation ist zu kompliziert

Zu viele Menüpunkte, mehrstufige Untermenüs und kreative Bezeichnungen erschweren die Orientierung. Besonders auf Smartphones werden komplizierte Strukturen schnell unübersichtlich.

Besser: Gruppieren Sie verwandte Inhalte, verwenden Sie verständliche Begriffe und priorisieren Sie die Seiten, die für Kundenentscheidungen wichtig sind.

5. Die mobile Darstellung wird nur nebenbei geprüft

Ein Layout, das am großen Bildschirm funktioniert, kann auf dem Smartphone scheitern. Häufige Probleme sind zu kleine Schaltflächen, abgeschnittene Inhalte, lange Textblöcke und ungünstige Reihenfolgen.

Besser: Planen Sie wichtige Seiten früh für kleine Bildschirme. Prüfen Sie Navigation, Formulare und Abstände auf echten Geräten.

6. Texte sind schwer lesbar

Zu kleine Schrift, geringe Kontraste, lange Zeilen und dicht gesetzte Absätze erschweren das Lesen. Auch komplett zentrierte längere Texte sind oft anstrengend.

Besser: Verwenden Sie gut lesbare Schriftgrößen, ausreichend Zeilenabstand, kurze Absätze und klare Zwischenüberschriften.

7. Bilder sind austauschbar oder unpassend

Beliebige Stockfotos können eine Website zwar füllen, erzählen aber wenig über das tatsächliche Unternehmen. Unterschiedliche Bildstile lassen den Auftritt zusätzlich uneinheitlich wirken.

Besser: Entwickeln Sie eine konsistente Bildsprache. Nutzen Sie nach Möglichkeit echte Fotos, eigene Projekte, Produkte oder gezielt ausgewählte Illustrationen.

8. Es fehlen klare Handlungsaufforderungen

Wenn Besucher nach einer Leistungsbeschreibung nicht wissen, wie es weitergeht, endet der Weg häufig ohne Kontakt. Ein einzelner Button im Menü reicht nicht immer aus.

Besser: Platzieren Sie passende nächste Schritte entlang der Seite. Die Formulierung sollte konkret benennen, was nach dem Klick passiert.

9. Es gibt zu viele verschiedene Handlungen

Das Gegenteil ist ebenfalls problematisch. Wenn ein Abschnitt gleichzeitig zum Anruf, Newsletter, Download, Angebot, Social-Media-Kanal und Shop führt, muss der Besucher selbst priorisieren.

Besser: Legen Sie pro Seite eine Hauptaktion und höchstens eine sinnvolle Nebenaktion fest.

10. Vertrauen wird vorausgesetzt

Neue Besucher kennen Ihr Unternehmen möglicherweise nicht. Behauptungen wie „führend“ oder „höchste Qualität“ wirken ohne Belege wenig überzeugend.

Besser: Zeigen Sie konkrete Referenzen, nachvollziehbare Ergebnisse, Bewertungen, Ansprechpartner und einen transparenten Ablauf.

11. Die Website lädt zu langsam

Große Bilddateien, automatisch startende Videos, unnötige Erweiterungen und externe Skripte können die Website ausbremsen. Die Folge ist ein schlechter erster Eindruck.

Besser: Komprimieren Sie Medien, laden Sie Inhalte bedarfsgerecht und überprüfen Sie regelmäßig die technischen Leistungswerte.

12. Formulare sind unnötig lang

Jedes zusätzliche Feld erhöht den Aufwand für den Besucher. Besonders bei einer ersten Kontaktaufnahme sind detaillierte Pflichtangaben häufig nicht notwendig.

Besser: Fragen Sie zunächst nur Informationen ab, die für eine qualifizierte Antwort benötigt werden. Erklären Sie, wann und wie Sie reagieren.

Klarer Nutzerweg durch eine Website bis zur erfolgreichen Kontaktanfrage

13. Barrierefreiheit wird ignoriert

Schwache Farbkontraste, fehlende Alternativtexte, unklare Formularbeschriftungen oder eine nicht bedienbare Tastaturnavigation schließen Besucher aus.

Besser: Berücksichtigen Sie Zugänglichkeit bereits bei Design und Entwicklung. Automatische Prüfungen sind hilfreich, ersetzen aber keine manuelle Kontrolle.

14. Suchmaschinenoptimierung beginnt zu spät

Wenn eine Website ohne Keyword- und Seitenplanung gestaltet wird, fehlen später möglicherweise passende Seiten für wichtige Leistungen. Inhalte müssen dann mühsam in eine ungeeignete Struktur eingefügt werden.

Besser: Verbinden Sie Suchintention, Sitemap, Inhalte und Technik von Beginn an.

15. Nach der Veröffentlichung passiert nichts mehr

Leistungen ändern sich, Links veralten und technische Systeme benötigen Pflege. Eine Website, die jahrelang nicht überprüft wird, verliert schrittweise an Qualität.

Besser: Planen Sie feste Termine für Inhalte, Technik, Sicherheit und Erfolgsmessung ein.

So finden Sie die wichtigsten Probleme Ihrer Website

Beginnen Sie nicht mit persönlichen Designvorlieben. Prüfen Sie stattdessen konkrete Nutzeraufgaben:

  1. Kann ein neuer Besucher das Angebot in wenigen Sekunden erklären?
  2. Findet er eine bestimmte Leistung ohne Hilfe?
  3. Funktioniert der gesamte Weg auf einem Smartphone?
  4. Sind Texte und Bedienelemente gut erkennbar?
  5. Werden typische Fragen und Einwände beantwortet?
  6. Ist die Kontaktaufnahme verständlich und einfach?

Bitten Sie auch Personen außerhalb Ihres Unternehmens um einen kurzen Test. Beobachten Sie, wo sie zögern oder falsche Annahmen treffen. Diese Stellen sind oft aussagekräftiger als allgemeine Geschmacksurteile.

Optimieren oder neu gestalten?

Nicht jeder Fehler verlangt einen vollständigen Relaunch. Einzelne Probleme bei Texten, Buttons oder Formularen lassen sich häufig gezielt beheben. Ein Relaunch wird eher sinnvoll, wenn Struktur, Technik und Design gleichzeitig veraltet sind oder die Website nicht mehr zur Positionierung des Unternehmens passt.

Eine professionelle Analyse sollte deshalb priorisieren:

  • Welche Fehler verhindern unmittelbar Anfragen?
  • Welche Probleme betreffen viele Seiten?
  • Welche Änderungen lassen sich schnell umsetzen?
  • Welche Verbesserungen benötigen eine neue technische Grundlage?

So entsteht ein realistischer Maßnahmenplan statt einer unübersichtlichen Wunschliste.

Häufige Fragen

Welcher Webdesign-Fehler ist besonders kritisch?

Eine unklare Botschaft ist häufig besonders problematisch. Wenn Besucher das Angebot nicht verstehen, helfen auch ein schönes Design und schnelle Ladezeiten nur begrenzt.

Wie kann ich meine Website selbst testen?

Öffnen Sie sie auf verschiedenen Geräten, testen Sie alle Formulare und bitten Sie eine außenstehende Person, eine konkrete Information zu finden. Notieren Sie jeden Moment, in dem etwas unklar ist.

Reicht ein automatischer Website-Test?

Automatische Werkzeuge finden technische Probleme, können aber Verständlichkeit, Vertrauen und inhaltliche Qualität nur eingeschränkt beurteilen. Beides sollte kombiniert werden.

Muss eine fehlerhafte Website komplett neu erstellt werden?

Nein. Ob Optimierung oder Relaunch sinnvoller ist, hängt von Technik, Struktur und Umfang der Probleme ab.

Wie oft sollte eine Website geprüft werden?

Formulare und wichtige Funktionen sollten regelmäßig kontrolliert werden. Eine umfassendere Prüfung empfiehlt sich zusätzlich nach größeren Änderungen an Angebot, Zielgruppe oder Technik.

Fazit: Klarheit ist wichtiger als Effekte

Die meisten Webdesign-Fehler entstehen, wenn zu viele Wünsche gleichzeitig umgesetzt werden und der Blick des Besuchers verloren geht. Eine gute Website setzt Prioritäten. Sie erklärt das Angebot, schafft Orientierung und macht den nächsten Schritt einfach.

Welche Fehler verstecken sich auf Ihrer Website?

MBCreate analysiert Struktur, Gestaltung, mobile Nutzung, Inhalte und Kontaktwege Ihrer Website. Sie erhalten konkrete, priorisierte Empfehlungen und erfahren, welche Verbesserungen den größten Nutzen versprechen.

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