Eine gute Navigation fällt kaum auf. Besucher verstehen die Begriffe, erkennen ihren aktuellen Standort und erreichen relevante Inhalte ohne Umwege. Eine schlechte Navigation zwingt sie dagegen, interne Strukturen zu entschlüsseln oder mehrere Menüpunkte auszuprobieren.
Die Navigation ist deshalb mehr als eine Reihe von Links. Sie übersetzt den gesamten Inhalt einer Website in ein verständliches Orientierungssystem.
Die Aufgabe einer Navigation
Eine Website-Navigation sollte:
- einen Überblick über das Angebot geben,
- wichtige Einstiege priorisieren,
- Erwartungen an verlinkte Seiten erfüllen,
- den aktuellen Standort verdeutlichen,
- auf unterschiedlichen Geräten funktionieren,
- den nächsten wichtigen Schritt erreichbar machen.
Nicht jede vorhandene Seite gehört ins Hauptmenü. Navigation bedeutet Auswahl.
Aus Sicht der Besucher strukturieren
Unternehmen organisieren sich nach Abteilungen, Produkten oder Verantwortlichkeiten. Besucher denken häufig in Problemen, Zielen und Aufgaben.
Ein Menüpunkt wie „Kompetenzzentrum“ kann intern logisch sein, aber außen wenig erklären. Verständliche Begriffe wie „Leistungen“, „Referenzen“, „Über uns“ und „Kontakt“ sind oft hilfreicher.
Kreativität ist in Gestaltung und Sprache willkommen. Bei zentralen Navigationsbegriffen sollte Verständlichkeit Vorrang haben.
Wie viele Menüpunkte sind sinnvoll?
Es gibt keine starre Idealzahl. Ein Hauptmenü sollte jedoch schnell erfassbar bleiben. Verwandte Inhalte können unter einem verständlichen Oberbegriff zusammengefasst werden.
Wenn sehr viele Punkte gleich wichtig erscheinen, fehlt meist eine Priorisierung. Fragen Sie:
- Welche Inhalte benötigen neue Besucher zuerst?
- Welche Seiten unterstützen eine Entscheidung?
- Welche Links können in den Footer?
- Welche Seiten werden nur innerhalb eines Themenbereichs benötigt?
Die Reihenfolge im Hauptmenü
Menüpunkte sollten einem nachvollziehbaren Weg folgen. Eine häufig geeignete Reihenfolge ist:
- Leistungen oder Lösungen
- Referenzen
- Unternehmen oder Über uns
- Ratgeber
- Kontakt
Die Startseite wird meist über das Logo erreichbar gemacht. Ob zusätzlich „Startseite“ im Menü stehen sollte, hängt von Zielgruppe und Kontext ab.

Dropdown-Menüs richtig einsetzen
Dropdowns sind sinnvoll, wenn ein Oberpunkt mehrere relevante Unterseiten besitzt. Sie sollten nicht zu tief verschachtelt werden. Mehrere Ebenen sind auf mobilen Geräten und für Tastaturnutzer schwierig.
Ein gutes Dropdown:
- öffnet zuverlässig mit Maus und Tastatur,
- bleibt lange genug bedienbar,
- verwendet klar abgegrenzte Gruppen,
- zeigt nicht jede kleine Unterseite,
- funktioniert auch auf Touchscreens.
Der Oberpunkt selbst sollte anklickbar sein, wenn eine hilfreiche Übersichtsseite existiert.
Mega-Menü oder klassisches Dropdown?
Ein Mega-Menü zeigt viele Links in einer größeren Fläche. Es kann für umfangreiche Shops, Portale oder Unternehmen mit vielen Bereichen geeignet sein.
Für kleinere Unternehmenswebsites ist es häufig unnötig. Eine große Menüfläche wirkt nicht automatisch übersichtlicher. Ein Mega-Menü benötigt klare Gruppen, visuelle Hierarchie und sorgfältige mobile Anpassung.
Kontakt-CTA im Menü
Eine wichtige Hauptaktion kann als Button hervorgehoben werden. Beispiele sind „Erstgespräch“, „Angebot anfragen“ oder „Termin buchen“.
Der CTA sollte nicht mit mehreren weiteren farbigen Menüpunkten konkurrieren. Er muss außerdem zu der Handlung passen, die das Unternehmen tatsächlich bevorzugt.
Mobile Navigation
Auf kleinen Bildschirmen wird das Menü meist hinter einer Schaltfläche zusammengefasst. Das bekannte Menüsymbol kann durch das Wort „Menü“ ergänzt werden, wenn die Zielgruppe von zusätzlicher Klarheit profitiert.
Wichtig sind:
- ausreichend große anklickbare Flächen,
- sichtbare Untermenü-Zustände,
- logische Zurücknavigation,
- keine seitlich abgeschnittenen Links,
- erreichbare Kontaktmöglichkeit,
- Fokusführung für Tastatur und Hilfstechnologien.
Ein mobiles Menü sollte nicht nur eine verkleinerte Desktop-Navigation sein. Prioritäten können sich auf kleinen Bildschirmen verändern.
Sticky Navigation
Eine Navigation, die beim Scrollen sichtbar bleibt, erleichtert den Zugriff auf langen Seiten. Sie nimmt jedoch dauerhaft Platz ein.
Sinnvoll ist häufig eine kompaktere Variante nach dem Scrollen. Auf Smartphones sollte besonders geprüft werden, wie viel Bildschirmfläche Header und Cookie-Elemente gemeinsam beanspruchen.
Breadcrumbs
Breadcrumbs zeigen den Pfad innerhalb einer Website, beispielsweise von einer Leistungsübersicht zu einer Detailseite. Sie sind vor allem bei tiefen Strukturen, Shops und umfangreichen Ratgebern hilfreich.
Sie ersetzen nicht das Hauptmenü, sondern ergänzen die Orientierung und interne Verlinkung.

Navigation testen
Ein einfacher Test ist das Card Sorting. Schreiben Sie Seitenthemen auf Karten und bitten Sie Personen aus der Zielgruppe, diese zu gruppieren und zu benennen.
Beim Tree Testing sehen Testpersonen nur die textliche Struktur und sollen konkrete Aufgaben lösen, zum Beispiel: „Wo würden Sie Informationen zu Wartungsverträgen suchen?“
Auch ohne formales Testlabor können Sie beobachten:
- Welchen Menüpunkt wählt eine Person zuerst?
- Wo erwartet sie eine bestimmte Information?
- Welche Begriffe sind unklar?
- Findet sie zurück?
- Funktioniert der Weg auf dem Smartphone?
Navigation und Suchmaschinenoptimierung
Die Navigation hilft Suchmaschinen, wichtige Bereiche und Beziehungen zu erkennen. Zentral verlinkte Seiten werden als bedeutsam wahrgenommen.
Trotzdem sollte das Menü nicht mit Suchbegriffen überladen werden. Verständliche Nutzerbegriffe und eine saubere interne Verlinkung im Inhalt sind wichtiger als künstlich lange Menüpunkte.
Typische Fehler
- zu viele gleichwertige Hauptpunkte
- interne oder kreative Begriffe ohne Erklärung
- mehrstufige verschachtelte Menüs
- nicht anklickbare Übersichtsbereiche
- fehlende mobile Prüfung
- Menüs, die nur bei Mausbewegung funktionieren
- mehrere konkurrierende CTA-Buttons
- wichtige Seiten ausschließlich im Footer
- uneinheitliche Navigation auf verschiedenen Seiten
Checkliste
- Sind alle Begriffe ohne Erklärung verständlich?
- Erfüllt jede Zielseite die Erwartung des Menüpunkts?
- Sind die wichtigsten Bereiche priorisiert?
- Funktioniert das Menü mit Maus, Tastatur und Touch?
- Ist der aktuelle Bereich erkennbar?
- Bleibt die mobile Navigation übersichtlich?
- Gibt es einen klaren Kontaktweg?
- Werden tiefe Inhalte durch Breadcrumbs oder interne Links ergänzt?
Häufige Fragen
Sollte „Home“ im Menü stehen?
Nicht zwingend, wenn das Logo zuverlässig zur Startseite führt. Bei weniger digital erfahrenen Zielgruppen kann ein zusätzlicher Eintrag hilfreich sein.
Wie viele Ebenen darf ein Menü haben?
So wenige wie möglich. Tiefe Strukturen sollten durch Übersichtsseiten und interne Links aufgelöst werden.
Ist ein Hamburger-Menü auf dem Desktop sinnvoll?
Nur in besonderen gestalterischen oder funktionalen Kontexten. Versteckte Hauptnavigation kann die Orientierung erschweren.
Soll der Kontakt als Button dargestellt werden?
Wenn Kontaktaufnahme die wichtigste Handlung ist, kann eine deutliche Hervorhebung sinnvoll sein.
Was ist wichtiger: kreative Begriffe oder bekannte Muster?
Bei Navigationen sind bekannte und klare Begriffe meist stärker. Persönlichkeit kann an anderen Stellen entstehen.
Fazit: Gute Navigation reduziert Entscheidungen
Eine gute Website-Navigation zeigt nicht alles gleichzeitig. Sie priorisiert, gruppiert und benennt Inhalte so, dass Besucher ihren Weg ohne Nachdenken finden.
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